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MIT WASSERSCHLACHT UND ZIRKUSZELT – AUF DEN SPUREN DON BOSCOS

Mit Wasserschlacht und Zirkuszelt – Auf den Spuren Don Boscos

Veröffentlicht am: 04. Oktober 2012
Mit Wasserschlacht und Zirkuszelt – Auf den Spuren Don Boscos

„Don Boscos Traum ist mir zur Herzenssache geworden. An der Basis zu sein, dort, wo es Probleme und Schwierigkeiten gibt, für die Jugendlichen da zu sein - das macht mir Freude.“ Josua Schwab, 22 Jahre alt, arbeitete diesen Sommer für drei Wochen als ehrenamtlicher Mitarbeiter im großen Jugendcamp am Colle Don Bosco nahe Turin/Italien. Der gebürtige Badener studiert derzeit Theologie in Benediktbeuern. „Vor meinem Studium wusste ich nicht, wer Don Bosco und die Salesianer sind. Benediktbeuern und die Menschen dort haben mich spontan angesprochen. Wir sind wie eine große Familie. Wir unternehmen viel zusammen, die Stimmung ist super und es ist nicht so anonym wie an einer normalen Universität. Hier habe ich Don Bosco und die Salesianer kennengelernt.“

Don Bosco, und dieses Jahr ganz besonders das Sommercamp zur Einstimmung auf den 200. Geburtstag des Ordensgründers begeistern Josua: „Es ist toll, dass so viel Leben auf dem Colle herrscht. Viele Jugendliche kommen hierher und nehmen zahlreiche Erfahrungen und Erlebnisse von diesem Ort und Don Bosco mit. Es ist schön zu sehen, dass sie sich hier wie daheim fühlen, gerade die Jugendlichen aus den sozialen Brennpunkten in Deutschland. Sie merken, dass Don Bosco Ähnliches in seiner Kindheit erlebt hat. Auch er hatte keinen Vater mehr, war oft heimatlos und hatte Hunger. Doch Don Bosco hat nie seine Fröhlichkeit verloren und immer versucht, andere Jugendliche vor solch einem Schicksal zu bewahren. Er war für sie Vater, Lehrer und Freund zugleich. Die meisten Jugendlichen haben mit der Kirche nur wenig oder gar nichts zu tun, aber Don Bosco ist für sie greifbar. Sie wissen, dass da jemand ist, dem sie wichtig sind und der sich am Rand der Chancenlosigkeit um sie kümmert.“ Mit zwölf Jahren kam Josua zum ersten Mal der Gedanke, er wolle Priester werden. Diese Idee hat ihn bis heute nicht mehr losgelassen. „Man wächst immer tiefer hinein. Früher habe ich mich oft dagegen gewehrt, doch es ließ mich nicht los. Ich fühle mich frei und unbegrenzt. Auch meine Eltern unterstützen mich, da sie merken, dass ich glücklich und erfüllt bin. Bei unserer Erziehung waren das Vertrauen auf Gott und der soziale Blick, der Blick auf die Mitmenschen, sehr wichtig. Für mich ist der Sinn des Lebens, meinen Platz in der Welt zu finden und den Auftrag Gottes anzunehmen. Ob als Priester im Orden oder in einer Diözese, das weiß ich noch nicht.“

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Das Sommercamp am Colle Don Bosco gibt schon mal erste Eindrücke von den Aufgaben und Herausforderungen eines salesianischen Ordensmitglieds.

Der Tag am Colle beginnt um 7:30 Uhr mit einem Mitarbeitergottesdienst als gemeinsamem Einstieg. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Kreise der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Salesianer Don Boscos beginnt für Josua und seine Teamkollegen die Arbeit mit den Jugendlichen. „Jede Gruppe ist anders – es gibt Messdiener, Pfadfinder, Jugendgruppen aus sozialen Brennpunkten und aus Berufsbildungswerken sowie einige Heimkinder. Es ist sehr spannend! Man muss ein Gefühl dafür bekommen, was die Jugendlichen machen wollen, was sie mitnehmen wollen, sich auf ihre Wünsche einstellen. Es macht viel Freude, den Jugendlichen etwas zu vermitteln und zu zeigen, was für ein toller Mensch Don Bosco war, vor allem aber was für tolle Menschen sie selber sind.“

Jeder ehrenamtliche Mitarbeiter und Salesianer Don Boscos ist ein Ansprechpartner für eine Gruppe. Sie bieten Führungen durch Valdocco, zur Superga, durch Turin oder Chieri an. Das Don Bosco Team fährt mit den Jugendlichen zum Strand, animiert sie zum Fußball spielen oder zu Wasserschlachten und feiert mit ihnen Gottesdienste und Abendimpulse. Dem bunten Programm sind keine Grenzen gesetzt. Ob mit dem Bau einer Wasserrutsche und Planschbecken oder einer abendlichen Disco im Zirkuszelt - das Team vom Colle Don Bosco lässt keine Möglichkeit aus, den Aufenthalt der Jugendlichen mit ihren Ideen zu verschönern.

Auch die Führungen in Valdocco, mit den anschaulichen und spannenden Geschichten von Josua und seinen Teamkollegen, sind jedes Mal ein Erlebnis. Nach einer gemeinsamen Filmvorführung über Don Boscos Leben und einem Gruppenfoto zur Erinnerung, trennen sich die Gruppen und erforschen mit ihrem jeweiligen Leiter des Don Bosco Teams das Gelände. Neben den Zimmern, in denen Don Bosco von 1853-1861 lebte und arbeitete, kann man die Pinardi-Kappelle, die Kirche des hl. Franz von Sales und die Maria-Hilf-Basilika, in der sich der Sarg mit dem Leichnam Johannes Boscos befindet, besichtigen.

Bis zum Abend finden sich alle Gruppen wieder auf dem Colle Don Bosco ein, wo sie sich gegenseitig sofort von den spannenden Erlebnissen des Tages berichten.

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Nach dem gemeinsamen Abendessen der ehrenamtlichen Mitarbeiter und Salesianer findet jeden Tag ein Teamtreffen statt, bei dem der Tag rekapituliert, Probleme und mögliche Hilfestellungen besprochen und die Aufgaben für den nächsten Tag verteilt werden. Der Abend klingt dann mit einem gemeinsamen Gebet aus.

“Ich will die Liebe Gottes in die Welt tragen und für die Menschen da sein.”, dieses Motto von Josua zeigt sich auch in der begeisterten Arbeit und dem vollen Einsatz von ihm und seinen Teamkollegen im großen Jugendcamp auf dem Colle Don Bosco.

(ssch)

Bild 1: Josua Schwab (vorne, 2. v.r.) mit ehrenamtlichen Mitarbeitern vorm Geburtshaus Don Boscos am Colle
Bild 2: Josua Schwab mit ehrenamtlichen Mitarbeitern (vorne, 1. v.r.) am Colle
Bild 3: Josua Schwab im Gespräch mit Interviewerin Sabine Schlenstedt in Valdocco

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