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DER MARATHONMANN – EIN FILM ÜBER BRUDER LOTHAR IN SIERRA LEONE AM 17. APRIL, 17.30 UHR - ARD

Der Marathonmann – Ein Film über Bruder Lothar in Sierra Leone am 17. April, 17.30 Uhr - ARD

Veröffentlicht am: 12. April 2011
Der Marathonmann – Ein Film über Bruder Lothar in Sierra Leone am 17. April, 17.30 Uhr - ARD

Eine große Leidenschaft des Salesianerbruders Lothar Wagners ist Laufen, nicht ein paar Runden sondern ganze Marathons. Seine schnellste Zeit beträgt 3 Stunden, 9 Minuten und 43 Sekunden. Die Leidenschaft des Laufens hat er auch in seine neue Heimat Sierra Leone mitgenommen, wo die Bewohner der Hauptstadt Freetown ins Staunen geraten, wenn der weiße Deutsche morgens oder abends seine Runden zieht.

Die andere große Leidenschaft ist sein Einsatz für Kinder und Jugendliche in Sierra Leone.
Sierra Leone ist eine Republik in Westafrika und gehört zu den ärmsten und unterentwickeltsten Ländern dieser Erde. Von 1991 bis 2002 herrschte Bürgerkrieg und die Menschen kannten nichts anders als Krieg und Gewalt. Auch heute haben sie die Erlebnisse noch lange nicht vergessen. Viele ehemalige Kindersoldaten arbeiten als Taxifahrer und konnten ihre Erlebnisse nie jemandem anvertrauen. Die Kriminalität ist sehr hoch und besonders Frauen und Mädchen leiden unter der Gewalt, die im Land herrscht. Viele von ihnen werden vergewaltigt. 95% der Mädchen werden beschnitten. Bruder Lothar kämpft gegen dieses grausame und gefährliche Ritual mit Radiokampagnen und Workshops und hat sich deswegen schon viele Feinde in Sierra Leone gemacht.

Die Hauptstadt Sierra Leones, Freetown, mit 800.000 Einwohnern liegt am Atlantik. Es herrscht ein Klima wie in den Tropen und Freetown gilt als feuchteste Hauptstadt der Welt. Hier in Freetown hat der Salesianerbruder seine Mission, den Kindern und Jugendlichen Sierra Leones eine bessere Zukunft zu ermöglichen, begonnen. Seit drei Jahren leitet er das Haus für Straßenkinder Don Bosco Fambul. Don Bosco Fambul ist eine Anlaufstelle, wo die Kinder und Jugendlichen duschen, essen und sich medizinisch versorgen lassen können, gleichzeitig bietet es ihnen aber auch die Chance, wieder in die Schule zu gehen oder eine Ausbildung zu machen.
42 Erzieher arbeiten bei Don Bosco Fambul und betreuen zwischen 70 und 80 Straßenkinder, die sich entschieden haben, ihr Leben auf der Straße aufzugeben und einen Neuanfang zu wagen. Don Bosco Fambul hat klare Bedingungen: sie müssen sich an die Hausregeln halten und den Kontakt zur Straße und Freunden auf der Straße vollständig abbrechen. Nur so kann ihnen ein wirklicher Neustart gelingen. Innerhalb von 10 Monaten werden sie dann durch Intensivkurse fit gemacht für Schule oder Ausbildung und lernen durch Sport oder Musik neue Werte wie Teamgeist, Solidarität und Rücksichtnahme. Nach den 10 Monaten ist aber nicht einfach Schluss mit der Hilfe, sondern die Betreuer kümmern sich darum, dass die Kinder und Jugendlichen, wenn nötig, in Pflegefamilien untergebracht werden und passen auf, dass sie auch weiterhin zur Schule gehen.

Außerdem betreibt Don Bosco Fambul einen landesweiten Kindernotruf, der jeden Tag 24 Stunden rund um die Uhr für die Sorgen und Probleme der Kinder und Jugendlichen da ist. Den Werbesport für den Notruf könnt ihr euch unter http://www.donboscofambul.org/index.php?option=com_content&view=article&id=57&Itemid=62&lang=de#3 anhören.

Durch sein Hobby, das Laufen, hat Bruder Lothar gelernt durchzuhalten und das Ziel nie aus den Augen zu verlieren. Das ist mehr als wichtig in einem Land wie Sierra Leone, in dem sich ihm täglich neue Probleme stellen.

Ein neues großes Problem ist der wachsende Kinderhandel in Sierra Leone. Kinder werden verschleppt, entführt oder armen Familien weggenommen und verkauft. Viele Mädchen werden gezwungen als Prostituierte zu arbeiten und Jungen müssen wie Sklaven in Minen oder auf Feldern schuften.
Auch gegen dieses Problem will Bruder Lothar etwas tun. Er hat im Hafen von Freetown eine Anlaufstelle für verschleppte Kinder eröffnet.

Die Leute, die durch den Kinderhandel Geld verdienen, sind davon natürlich alles anderes als begeistert und so hat Bruder Lothar sogar schon Todesdrohungen erhalten. Aber er lässt sich davon nicht abbringen. Genau so, wie er sogar schon mehrere Nächte ins Gefängnis gesteckt wurde, weil er der Polizei nicht das übliche Schmiergeld zahlen wollte.

Der Filmemacher Marcel Bauer hat Bruder Lothar bei seinem Kampf gegen den Kinderhandel begleitet. Der Film zeigt, wie Bruder Lothar nach verschleppten und verkauften Kindern in den Diamantminen, an geheimen Sammelstellen oder in Plantagen und Fabriken sucht.
Am 17. April um 17.30 Uhr ist dieser Film auf ARD zu sehen.
Also einschalten und mehr über Bruder Lothars Arbeit in Freetown erfahren.
Noch mehr Infos findet ihr unter www.donboscofambul.org und www.bruderlothar.de

(bw)

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